Eine Windmühle mit einer eigenen Universität: Dülken nimmt das mit der Gelehrsamkeit auf seine Weise ernst. Die Narrenakademie verleiht närrische Titel und spielt mit der Wichtigkeit akademischer Würden. In der Narrenmühle treffen dieser Humor und ein früherer Arbeitsort aufeinander.
Vom Korn zur Narrenwelt
Die heutige Mühle wurde 1809 als Holtz’sche Kornwindmühle gebaut. Für das städtische Museum hob man sie 1912 um 1,80 Meter an und ergänzte den Unterbau. Seit der Sanierung 2021 erzählt die Dauerausstellung dort von den „Elf Geheimnissen“ der Narrenakademie.
Wo früher Mehl lag, wird Weisheit verhandelt
Über dem Museum liegt der Große Weisheitssaal, früher ein Mehlspeicher. Die Senatoren der Narrenakademie haben dort eigene Stühle mit närrischem Namen und Emblem. Im Steinspeicher darüber bleibt mit dem Mahlwerk auch die frühere Arbeit des Müllers ablesbar.
Mahlwerk und närrische Doktortitel gehören hier zum selben Haus. Für die Gründung der Akademie nennt die Tradition 1554. Historisch sicher ist dieses Jahr nicht; die frühen Belege stammen aus der Mitte des 18. Jahrhunderts.
Wann du auch hineinsehen kannst
Die ehrenamtlichen Sonntagsführungen finden laut Betreiber von Mai bis September zwischen 11 und 12 Uhr statt. Außerhalb dieser Monate solltest du einen Besichtigungstermin vereinbaren. Für den Blick von außen brauchst du keinen Führungstermin.
Mach die Mühle zum Ziel eines Dülken-Spaziergangs. Wenn du auch hineinmöchtest, frag vorher beim Betreiber nach einem Besichtigungstermin – so wird aus dem Blick auf die Flügel ein Besuch mit Geschichte.

