451 Namen, ein Kämpfer mit Schwert: Das Siegfried-Denkmal erinnert an die Gefallenen des Ersten Weltkriegs. Seine Enthüllung 1934 verband das Gedenken mit nationalsozialistischer Propaganda. Der Ort braucht einen kritischen Blick.
Siegfried-Denkmal vor der Dülkener Stadtmauer · Aufnahme von 2021 · Foto: Claus Weber · CC BY 4.0 · Original
DEN ORT EINORDNEN
451 Namen. Und ein politisches Heldenbild.
Willy Mellers 3,80 Meter hoher Siegfried steht vor der alten Stadtmauer am Gefangenenturm. In der linken Hand hält er ein kurzes Schwert, die rechte ist zur Faust geschlossen. Fünf Basaltsteine nennen 451 Dülkener Gefallene des Ersten Weltkriegs.
Die Anlage wurde am 21. Oktober 1934 unter nationalsozialistischer Herrschaft enthüllt. Die kunsthistorische Forschung überliefert aus der Festrede des SA-Offiziers August Wilhelm von Preußen eine Behauptung, die der Dolchstoßlegende folgt. Damit erhielt das Totengedenken eine politische Botschaft. Die Genannten starben 1914 bis 1918; das Heldenbild von 1934 sagt nichts über ihre eigenen politischen Überzeugungen aus.
Auch Mellers Laufbahn gehört dazu: Er trat 1937 in die NSDAP ein und arbeitete für zentrale NS-Bauten. Nach 1945 erhielt er weiter öffentliche Aufträge. Der ausführliche Geschichtsbeitrag untersucht diese Verbindungen, die Quellen zur Enthüllung und die offenen Fragen zur Verantwortung. Schon die städtische Denkmalbeschreibung ordnet die Anlage kritisch als nationalistisches Denkmal ein.
1914–1918
Der Krieg, an den die Anlage erinnert
Die Gedenkstätte gilt den Gefallenen des Ersten Weltkriegs aus Dülken.
Du findest das Denkmal im Freien an der Theodor-Frings-Allee, vor der Stadtmauer nahe dem Gefangenenturm. Betrachte Figur und Gedenksteine von den öffentlichen Wegen aus. Bitte respektiere den Erinnerungsort und steige nicht auf Sockel oder Steine.
Den Standort finden
An der Theodor-Frings-Allee kannst du das Denkmal mit einem Blick auf die Stadtmauer und den Gefangenenturm verbinden. Die Mauer gehört zur älteren Stadtbefestigung; die Siegfried-Figur kam erst 1934 hinzu.
Die städtische Denkmalakte beschreibt Figur, Material und Gedenksteine. Beim LVR findest du das Denkmal im Zusammenhang mit dem historischen Stadtkern.
Wenn du den Spaziergang fortsetzt, führt die Dülkener Ortsgeschichte zu weiteren Gebäuden und Erinnerungsorten. Auch die Narrenmühle lässt sich als eigener Besuch in Dülken einplanen; für das Museum gelten gesonderte Besuchszeiten.
Am 21. Oktober 1934 wurde das Siegfried-Denkmal von Willy Meller enthüllt. Es erinnert an die Dülkener Gefallenen des Ersten Weltkriegs. Fünf Basaltsteine tragen 451 Namen; davor steht ein etwa 3,80 Meter hoher Krieger aus Tuffstein mit geballter Faust und kurzem Schwert. Die Anlage entstand während der nationalsozialistischen Herrschaft. Ihre kämpferische Figur verkörpert Kraft und Stärke; die städtische Denkmalbeschreibung ordnet sie als nationalistisches Denkmal ein. Die Erinnerung an die Toten und dieses politische Heldenbild lassen sich am selben Ort betrachten.
Dülkens Humor hat eine Adresse: In der Narrenmühle dreht sich die Geschichte um Steckenpferde, närrische Doktortitel und die Narrenakademie. Nimm sie als Ziel für einen Altstadtspaziergang dazu.